Harte oder weiche Kontaktlinsen

Harte oder weiche Kontaktlinsen?

Hart oder weich – das ist die erste Frage, die Sie stellen müssen, bevor Sie Kontaktlinsen einkaufen. Beide Sorten haben ihre Vorzüge und ihre Nachteile. Ob Sie besser weiche oder formstabile Kontaktlinsen tragen sollten, hängt von verschiedenen Faktoren ab: von der Art und Schwere Ihrer Sehschwäche, dem Zustand Ihrer Augen und davon, wie häufig Sie die Linsen tragen werden. Fragen Sie Ihren Augenarzt, welche Ausführung für Sie geeignet ist. Auf was Sie bei Kontaktlisten noch achten sollten erfahren Sie in unserem Kontaktlinsen Test.

Welche Sehschwäche erfordert welche Kontaktlinse?

Einfache Kurz- oder Weitsichtigkeit kann man sowohl mit weichen als auch mit harten Kontaktlinsen korrigieren. Bifokale- und multifokale Kontaktlinsen gegen Altersweitsichtigkeit gibt es ebenfalls in beiden Ausführungen. Unregelmäßigkeiten in der Augenhornhaut (Keratokonus, Hornhautverkrümmung, Keratoglobus, Augenhydrops) erfordern dagegen meist formstabile torische Kontaktlinsen, denn diese schmiegen sich nicht an die Form der Hornhaut an. Stattdessen schwimmen sie auf einem unterschiedlich dicken Tränenfilm. Die Flüssigkeitsschicht gleicht alle Unregelmäßigkeiten aus.





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Für welchen Träger eignet sich welche Ausführung?

Kontaktlinsen-Anfänger und Gelegenheitsträger sind mit weichen Tageslinsen gut beraten. Sie sind recht dünn und im Auge kaum zu spüren. Als Einmal-Produkt sind sie sicher und hygienisch. Wenn Sie die meiste Zeit eine Brille tragen, und nur zum Sport für wenige Stunden Kontaktlinsen einsetzen möchten, sind weiche Modelle die einfachste Wahl.

Sollen die Linsen dagegen täglich für acht Stunden oder länger im Auge bleiben, dann sind formstabile besser geeignet. Dauerträger von Kontaktlinsen müssen darauf achten, dass dennoch genügend Sauerstoff an die Augenhornhaut kommt. Gerade bei Monatslinsen sind harte Modelle hier meist deutlich durchlässiger als weiche. Zudem schwimmen formstabile Linsen auf einem dickeren Tränenfilm, der die Hornhaut mit allem Notwendigen versorgt.

Hart oder weich – was ist verträglicher?

Für den angehenden Träger fühlen sich weiche Kontaktlinsen meist komfortabler an. Sie brauchen wenig Gewöhnungszeit. Bei weichen Linsen kommt es außerdem seltener zu den gefürchteten „kratzigen Augen“. Dieses äußerst unangenehme Gefühl tritt auf, wenn z.B. in sehr staubiger Umgebung ein Körnchen Schmutz zwischen Kontaktlinse und Augapfel gerät. Weiche Linsen liegen sehr eng an der Hornhaut an, und verringern die Wahrscheinlichkeit solcher Eindringlinge.

Dagegen treten bei weichen Hydrogel-Linsen, und etwas weniger auch bei den moderneren Silikonhydrogel-Linsen, gehäuft abends trockene Augen auf. Minderwertige Modelle können außerdem Schadstoffe aus der Luft aufnehmen und ans Auge abgeben. So kann es zu Entzündungen und Unverträglichkeiten kommen.

Bei der Langzeit-Verträglichkeit liegen harte Kontaktlinsen vorne. Sie sind sauerstoffdurchlässiger und nehmen keine Umweltgifte auf. Außerdem kommt es seltener zu trockenen Augen. Wenn Sie Kontaktlinsen als dauerhaften Brillenersatz tragen wollen, dann lohnt sich also die Eingewöhnungszeit für harte Linsen.


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